Freitag, 17. August 2007

Transmilenio

Seit 2001 existiert in Bogotá ein in Suedamerika revolutionaeres Nahverkehrssystem, der Transmilenio - eine neuartiges Busnetz, das in weiten Teilen die Routen der Collectivos (von verschiedenen Kleinstunternehmen betriebene Busse) ersetzen soll. Er verfuegt ueber eigens fuer ihn reservierte Strassenspuren und (anders als Collectivos) echte Haltestellen.
Einerseits eine echte Innovation, besonders im Vergleich zu anderen Staedten in Lateinamerika, wird das Verkehrsproblem Bogotás von der Strasse auf die Strasse (!) verlegt. Hauptkritikpunkt vieler Columbianos ist allerdings der Fakt, dass der Transmilenio keine staatliche Einrichtung ist und alle Einnahmen an ein privates Betreiberkonsortium fliessen, die noetigen Umbauten in der Stadt allerdings zu 100% durch den Steuerzahler getragen werden. Diese Tatsache erscheint noch zwielichtiger wenn man bedenkt, dass das Konsortium u.a. in der Hand eines Ex-Buergermeisters und Ex-Praesidenten ist. Da er nichtsdestotrotz die schnellste Transportmoeglichkeit innerhalb Bogotás darstellt und chronisch ueberfuellt ist, wird er von den Kolumbianern abschaetzig Transmilleno (lleno=voll) gennant.

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