Mittwoch, 26. September 2007

Policía

Das ist ein absolut alltägliches Bild - vor dem Eingang der Universität an der Calle 26 sind jeden Tag zwischen 10-50 Polizisten postiert. Traditionell verlagern sich Proteste oder Ausschreitungen innerhalb der Uni immer zum Eingang an eben dieser Straße.


Einsatzwagen am Spielplatz (die Dellen an der Panzerung
lassen sich aus der Entfernung nur erahnen)

Bisher kann ich dahingehend zwar noch nichts berichten; mal davon abgesehen, dass vor ca. 3 Wochen 10 maskierte Mitglieder einer studentischen Initiative eine Überwachungskamera auf dem Dach der Fakultät der Ingenieurswissenschaften abgesägt(!) haben, um diese Aktion dann vor ca. 200 versammelten Studenten auf dem Plaza Ché erneut zu rechtfertigen und, selbstverständlich, den wohlverdienten Beifall zu ernten.



heiteres Gespräch



Essen fassen!

Sonntag, 16. September 2007

Alltag

Lang lang ist's her.
Bei mir ist in den letzten beiden Wochen so etwas wie Alltag eingekehrt, womit ich aber in erster Linie auch viel Arbeit für die Uni meine.
Im Allgemeinen wird erwartet, dass man 50-60 Seiten als Vorbereitung  zur jeweils nächsten Stunde (ich kann es nicht Vorlesung nennen) liest. 
Es kann dann aber auch mal ein ganzes Buch sein, oder auch 2. 
In den Stunden wird dann meist am Anfang der Inhalt der Hausaufgabe erneut 
zusammengefasst, um eine Grundlage für die anschließende Diskussion zu legen. 
Ich habe mich auf drei Kurse beschränkt, da der Vorbereitungs- und Nachbereitungsaufwand
doch beträchtlich ist:

1. Herramientas gerenciales para negociación y liderazgo (Instrumente zur Verhandlungs- und Unternehmensführung)

2. Estrategías de crecimiento de la firma
(Wachstumsstrategien einer Firma)

3. Comportamiento consumidor
(Konsumentenverhalten)

Die Diskussion bezieht sich dann meist auf konkrete Beispiele,  in erster Linie große kolumbianische Firmen. Da besteht auf jeden Fall Nachholbedarf!

Nebenbei muss ich hier meinen Unmut über kolumbianische Schuhgeschäfte kundtun.
Es ist fast unmöglich irgendetwas über Größe 42 zu bekommen.

Sonntag, 26. August 2007

Wohnung/Studium

Wieder ist ein wenig Zeit seit der letzten Nachricht vergangen. Internet war im Hotel in der letzten Zeit oft nur minutenweise zu haben, so dass ich gar nicht erst versucht habe, hier etwas zu schreiben.

Zimmer in (fast) voller Pracht

Nichtsdestotrotz wohne ich seit gestern im Gebiet La Recuerda. Für mein Zimmer ohne Fenster zahle ich zwar stolze 300.000 Pesos (Kurs: 1 € = 2800 Pesos), 
dafür ist die Uni von hieraus zu Fuß in 4 Minuten zu erreichen. 


das Fenster mit Blick auf...den Rest des Wohnbereichs

Morgen beginnt endlich das Studium. Weee.....

Dienstag, 21. August 2007

Chía/Wohnung?

Gestern haben wir einen Ausflug nach Chía, ca. 25 nördlich von Bogotá, unternommen.
Eigentlich hatten wir uns für 13 Uhr zur Abfahrt verabredet. Losgefahren sind wir, südamerikanischer Pünktlichkeit folgend, kurz nach 15 Uhr.


Chía

Leider habe ich mich während der Fahrt (mit offenem Fenster) ein wenig erkältet, aber das ist halb so wild.


Sopó

Bei der Suche nach einer Wohnung gibt es jetzt definitiv Fortschritte zu vermelden. Zusammen mit Catalina, der Koordinatorin des ORI (Oficina de Relaciones Internacionales) bin ich 3 Stunden durch Bogotá geirrt. Gegen 19 Uhr und 6 besuchten Wohnungen war erstmal Schluss.


Wer findet die Deutschen?

Montag, 20. August 2007

Nachtrag



Hier ein kleiner Video-Nachtrag zum Monserrate.

Samstag, 18. August 2007

UNAL/Monserrate

UNAL

Die Universidad Nacional de Colombia, oder kurz UNAL, ist die groesste der 15-20 Universitaeten und Hochschulen Bogotás. Die Stundenten geniessen innerhalb der Stadt den Ruf, jeden Anlass zu Demonstrationen und Protestaktionen wahrzunehmen. Politisch ist der typische UNAL Student auf jeden Fall sehr weit links einzuordnen - ohne darauf naeher eingehen zu wollen, lasse ich hier Fotos sprechen.


im Departamento de Sociología

Das folgende Bild zeigt den Plaza Ché innerhalb der Ciudad Universitaria. Frueher hiess dieser Platz Plaza de Santander, bis Stundenten eines Tages mit einem Van auf das Unigelaende gefahren sind und die Statue des Kampfgefaehrtens Simon Bolivárs mitgenommen haben. Auf Wunsch der Studenten heisst der Platz nun also Plaza Ché oder einfach Ché.


Plaza Ché


MONSERRATE

Heute haben wir uns auf den beschwerlichen Weg zum Cerro de Monserrate - an (unter anderem) dessen Haengen sich Bogotá in Nord-, Sued und Westrichtung ausgebreitet hat - gemacht.


Blick auf Monserrate (von Zentrum)

Dabei sind, genau weiss ich es leider nicht, ungefaehr 600 Hoehenmeter zu ueberwinden. Der Gipfel ist, zumindest wenn man unbewaffnet unterwegs ist, nur ueber einen steilen Treppenpfad zu erreichen. Alternativ koennte man auch in 5 Minuten mit der Bahn hochfahren - aber das waere ja langweilig. Die andere Alternative sind ungesicherte Pfade, deren Gefahr aber vorallem in den dort von Zeit zu Zeit anzutreffenden Guerillas und Wegelagerern liegt.


Blick auf Bogotá nach 2/3 der Strecke

Wir - das sind Marc (der andere Viadrina-Stundent), Ury und ich - haben fuer die Strecke knapp 1 Stunde benoetigt. Die Schnellsten schaffen es in 15-20 Minuten (arggh!).
Valió la pena (es hat sich gelohnt) - am Gipfel wird man mit einem atemberaubenden Blick auf Bogotá belohnt - bis zum Horizont Haeuser und Strassenzuege.


Blick vom Gipfel des Monserrate



geschafft!

Oben haben wir uns eine kolumbianische Spezalitaet, Tamales, gegoennt.


Tamales (de Monserrate)

Im Anschluss ging es mit der Bahn wieder nach unten. Die Bahn faehrt dabei auf Schienen eine Steigung von ca. 40% (oder mehr) herunter.


dem Tunnel folgt...


...ein ergreifender Blick.




Bis demnaechst aus Bogotá...


Freitag, 17. August 2007

Transmilenio

Seit 2001 existiert in Bogotá ein in Suedamerika revolutionaeres Nahverkehrssystem, der Transmilenio - eine neuartiges Busnetz, das in weiten Teilen die Routen der Collectivos (von verschiedenen Kleinstunternehmen betriebene Busse) ersetzen soll. Er verfuegt ueber eigens fuer ihn reservierte Strassenspuren und (anders als Collectivos) echte Haltestellen.
Einerseits eine echte Innovation, besonders im Vergleich zu anderen Staedten in Lateinamerika, wird das Verkehrsproblem Bogotás von der Strasse auf die Strasse (!) verlegt. Hauptkritikpunkt vieler Columbianos ist allerdings der Fakt, dass der Transmilenio keine staatliche Einrichtung ist und alle Einnahmen an ein privates Betreiberkonsortium fliessen, die noetigen Umbauten in der Stadt allerdings zu 100% durch den Steuerzahler getragen werden. Diese Tatsache erscheint noch zwielichtiger wenn man bedenkt, dass das Konsortium u.a. in der Hand eines Ex-Buergermeisters und Ex-Praesidenten ist. Da er nichtsdestotrotz die schnellste Transportmoeglichkeit innerhalb Bogotás darstellt und chronisch ueberfuellt ist, wird er von den Kolumbianern abschaetzig Transmilleno (lleno=voll) gennant.