Jetzt ist es also soweit. In 11 Stunden bin ich in Bogotá. Ich habe den Gedanken erschreckend lange vor mir hergeschoben, doch jetzt freue ich mich auch ein bisschen darauf
- nicht zuletzt weil das Semester erst am 27. August beginnt.
Die Reise ging auch gleich super los. Am ersten Check-in Schalter der Reise aussortiert, weil, wie die leicht überforderte American Airline Angestellte wiederholt und gestenreich betonte, das Sicherheitslämpchen auf ihrem mausgrauen Laptop die höchste Gefahrenstufe nach Aufnahme meiner Personalien und Ausreisedaten angezeigt hat.
Also 20 Minuten mit dem Sicherheitspersonal am Frankfurter Flughafen über den Sinn und Unsinn eines
Touristen- bzw. Studentenvisums diskutiert, um dann endlich doch pünktlich in der augenscheinlich betagten 767 Platz nehmen zu dürfen. An dieser Stelle soll auf den Umstand, dass unser Flugzeug in Frankfurt ca. 40 Minuten lang von einer Air India Maschine mit technischen Problemen blockiert wurde, die sogar Passagiere unserer
Boeing zu hämischem Jubel veranlasst hat, nicht näher eingegangen werden.
Neben mir saß ein gewisser J. Timberlake, dessen Vorname sich aber schnell als Joseph herausstellte und auch sonst hatte er mit seinem Namensvetter wohl nur die Nationalität gemein.
Chicago hat uns, ihrem Ruf als windy city Rechnung tragend, eine turbulenten Empfang bereitet, der, direkt nach der Landung, von zahlreichen Passagieren mit ebenso stürmischem Applaus belohnt wurde, wie man ihn wohl sonst nur auf Condor Flügen nach Palma de Mallorca erlebt.
Getoppt wurde dieser allerdings noch nach einer ca. 2-minütigen Lobrede
der Stewardesse auf einige an Bord befindlichen, heimkehrende US-Soldaten
die mit den Worten
"Every day we wake up free and we know it's because of you" schloss. Dass ich aufgrund der Verzögerungen in Frankfurt meinen Anschlussflug in Chicago verpasst habe sei hier nur erwähnt, da ich von AA superschnell auf den nächstmöglichen Flug umgebucht wurde - und hier sitze ich nun in Miami und versuche die noch verbleibenden 7 Stunden bis zum Start der Maschine nach Bogotá totzuschlagen.
Wahrscheinlich lege ich mich gleich zu den Backpacker-Touris in der Nebenhalle, die im Wartebereich ihr Quechua "3 seconds" aufgebaut haben.

Hier noch der Beweis, dass ich in Miami bin (die Palmen, die Palmen!).
Na gut - zumindest der Beweis, dass ich nicht in Reykjavík bin.
Hasta pronto aus Bogotá!